SchwarzWeißBlick #1

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Frauke sammelt wöchentlich SchwarzWeißBlicke … Schwarzweiß Fotografie ist fast schon eine eigene Kunst. Bilder entwickeln eine ganz andere Sprache als in Farbe, sind auf ihre Aussage reduziert. Als ich im Fotostudio gearbeitet habe, irgendwann zwischen Ausbildung und dem Schritt ins wahre Leben, habe ich vom damaligen Chef Thorsten Bleth eine Menge über diesen Unterschied zwischen Farbe und S/W gelernt und bin großer Fan von Schwarzweiß Bildern. Sie lassen einfach viel mehr Spielraum für die Fantasie/Interpretation des Betrachters.

Anfang der Woche war ich mit Andrea auf dem St. Matthäus Kirchhof. Recht spontan aber nicht minder interessant.

Friedhöfe sind in der Regel ja eher beklemmend aber der St. Matthäus ist recht unstrukturiert, so scheint es zumindest. Die Gräber sind unterschiedlich angeordnet, unterbrochen von Mausoleen und vielen Bäumen, die fleißig von Bienen beackert werden. Zwischenzeitlich fühlte es sich ein wenig an als würde ein großer Schwarm einen gleich angreifen.

Die Mausoleen unterschieden sich von einem prunkvollen Zustand bis hin zu einem kompletten Verfall. Beides hatte Charme und erzählt auch ein wenig Geschichte. Viele Familiengräber hatten im Marmor noch viel Platz für Ahnen, aber diese haben wohl wo anders ihren Schlafplatz eingenommen. Erstaunt haben mich auch die vielen Gräber die einen Paten suchen. Ich dachte immer, dass ab einem Gewissen Punkt Gräber einfach aufgelöst werden, aber das ist wohl nur so bei den „Otto Normalverbraucher“-Gräbern. Es gibt ebenso viele historische Ehrengräber der Stadt Berlin sowie viele Veteranengräber die einem wieder vor Augen führen was z.B. 1945 passiert ist. Teils sind dort Massengräber mit Kindern nicht älter als fünf bis sechs Jahren. Das fand ich schon etwas bedrückend im Vergleich zu dem Friedhof für Sternenkinder.

Andrea ist so ein bisschen mein Berlin Scout, genau so Fotoverrückt wie ich und eine tolle „Lehrerin“ über die Berliner Geschichte. Sie erzählt bei sich im Blog ein wenig über die Friedhofsprominenz und Geschichte des Friedhofes. Ich lasse jetzt einfach mal meine Bilder sprechen. 🙂

Ein Bild welches ich gern noch in Farbe zeigen möchte, würde jedem Verschwörungstheoretiker und Okkult-Freak große Freude bereiten. Wenn man sich ein wenig mit dem Thema Illuminati, Freimaurer und deren Symbolik beschäftigt hat, dann wird einem bei diesem imposanten Grab ein wenig mulmig. Aber vielleicht ist es auch einfach nur ein Grabstein wie jeder andere …

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2 Antworten
  1. fim.works says:

    Deine Einblicke sind so ganz anders als die von Andrea, aber zusammen wecken sie noch mehr den Wunsch, selbst einmal dort zu fotografieren. Ich mag es auch sehr, mit Andrea durch Berlin zu ziehen. Was sie alles weiß und wie sehr sie Berlin liebt!
    Hab Dank für’s Verlinken!
    Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende … Frauke

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    • Magda says:

      Danke liebe Frauke. Zum Glück hat jeder seinen eigenen Stil sonst würden wir ja alle die gleichen Bilder machen was meeeega langweilig wäre. Ich hab Jahre lang als Konzertfotografin gearbeitet und oft mit allen Regeln gebrochen. Die Agentur Kollegen haben mich alle für bescheuert erklärt. Ich war am Ende die die gebucht wurde 😂 hatte die Kamera viel zu lange nicht in der Hand. Dank Andrea komme ich wieder dazu.

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