Wenn einer eine Reise tut, … Fast ein Jahr Stille. Es war eine lange Reise. Aber ich geb der ganzen Sache hier noch eine Chance. Es passieren einfach zu viele Dinge, die zu Papier gebracht werden müssen.

So waren wir zum Beispiel für eine Städtereise in Stettin.

Stettin ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Von Berlin aus ist man Ruckzuck dort. Wir haben gut 2 Stunden gebraucht ohne uns zu hetzen. Vor 3 Jahren waren wir das letzte mal dort um uns das Auto mit vielen Leckereien voll zu packen. Dieses mal wollten wir uns die Stadt auch ein wenig anschauen.

Wir haben zentral übernachtet und waren so schnell mitten im Geschehen. 5 Minuten zum Hafen und zur Hauptshoppingmeile. Gewöhnungsbedürftig ist in Polen ganz klar der Verkehr. Die Verkehrszeichen sehen teils aus wie selbst gemalt, es gibt kaum Ampeln dafür aber an jeder Ecke einen Kreisel. Als Fußgänger ist man anfangs etwas aufgeschmissen, aber man merkt schnell was die Devise ist – „Einfach gehen“. Tatsächlich halten an jedem Zebrastreifen die Autos einfach an wenn ein Fußgänger losstapft. Wir haben immer brav auf eine Lücke gewartet 😉 An Tag 2 ging das ganze dann schon deutlich schneller.

Als Fans von Michael Kessler und seinen Expeditionen, hatten wir uns für unsere Stettinreise überlegt mal zu gucken wo er so unterwegs war. Das Rathaus, das Schloß, ein Kaffee-Bike im Park. All das erkundeten wir an Tag 2. Ich mit meinen kurzen Beinchen habe an Tag 2 knapp 28.000 Schritte zusammengebracht was ca. 22 km entspricht. Was erstaunlich war: uns taten die Füße nicht weh. Selbst Junior hat mit seinen noch kürzeren Beinchen nicht ein mal aufgemuckt er könne nicht mehr. Da waren wir ganz schön verblüfft.

Stettin ist wunderbar ruhig und hat bedingt durch die Meeresanbindung bereits ein wunderbar frisches Klima. Wir sind an wirklich schönen Ecken langgelaufen und haben die Stadt sehr genossen.

Highlight war der Besuch des Kaffee-Bikes, dass in der Expedition „mit der Seifenkiste an der Oder“ einer der Stopps von Michael Kessler war. In dem Park befanden sich einige Baristas mit ihren Bikes, aber bei Cafe Rower standen alle Schlange. Der Betreiber ist im wahren Leben genau so sympathisch wie man ihn im Fernsehen erleben konnte. Wir haben uns sehr nett unterhalten und einen fantastischen Latte Machiatto getrunken.

Leider haben wir kein traditionelles polnisches Restaurant für eine frische Portion Maultaschen ausmachen können, dafür gab es zum Abschluss der Reise einen Besuch bei Auchan. Bedingt durch den Wechselkurs von ca. 1:4 kann man in Polen ja bekanntermaßen sehr günstig einkaufen. Auchan würde ich mal mit der Metro vergleichen.

Es gibt nichts was es nicht gibt. Die Regale hauen einen jedes mal wieder um. Man kann sich seine Nudeln mixen, Süßigkeiten zusammenstellen. Was soll ich sagen. Mit voll gepacktem Auto ging es wieder Richtung Heimat.

Würden wir noch mal nach Stettin fahren? Jederzeit. Aber …

Da man ja weiß, dass Hotelstandards in jedem Land verschieden sind, haben wir uns gedacht wir suchen was mit 4 Sternen aufwärts, dann wären wir zumindest bei einem „Passt schon“. Nunja, bei „Passt schon“ schieden sich dann ab dem Moment des Eincheckens die Geister.

Übernachtet haben wir im Novotel, welches zur Accor Hotelkette gehört. Eigentlich solide, so hat man zum Beispiel damit geworben dass das Haus Kinderfreundlich ist (Kinder bis 16 schlafen hier Kostenfrei). Die Bewertungen waren auch überzeugend und so hatten wir keine Zweifel daran, dass 175 Euro für das Hotel nicht gut investiert wären für zwei Nächte samt Kind.

Der Blick ins Zimmer war dann aber echt ein kurzer Moment von „warte ich bring die Sachen wieder ins Auto wir gehen wieder“. Das Zimmer war das letzte auf dem Flur, so hatten wir zum Beispiel kaum WLAN Empfang, was sich im Roaming Land eigentlich schon ganz gut machen würde. Der Boden im Zimmer? Man mochte seine Schuhe eigentlich nicht ausziehen. An den Gardinen Flecken über deren Herkunft man nicht nachdenken möchte und auch die Wand hatte keine 4 Sterne Ausstrahlung.

Eine Beschwerde am Empfang brachte nichts. So verbrachten wir die erste Nacht etwas gequält auf unserem Zimmer mit einer Klimaanlage der man am liebsten was gegen Reizhusten geben wollte. Außer Krach zu machen konnte die Klimaanlage eins besonders gut: die Luftfeuchtigkeit so nach oben treiben, dass man kaum schlafen konnte. Fenster auf war keine Option, da vor dem eh schon nur einfach verglasten Fenster die Straßenbahn ihre Runden zog.

Immerhin konnte das Frühstück einigermaßen überzeugen.

Beim Checkout habe ich dann noch an das gute im Menschen geglaubt und gehofft das man zumindest ein mal fragt wie zufrieden man denn war und ob alles in Ordnung war. Aber nichts. Der Mitarbeiter am Empfang finalisierte meine reservierte Zahlung und so zogen wir von dannen.

Heute ist Donnerstag Abend. Stand jetzt ist die Buchung der Zahlung immer noch nicht korrekt. Offensichtlich ticken die Uhren beim Novotel doch etwas anders, denn anstatt den reservierten Betrag final zu buchen (Pre Authorisation Completion) wurde der Betrag mit tagesaktuellem Kurs noch mal neu gebucht und die Reservierung des Betrages steht immer noch, somit ist mein Konto doppelt belastet.

Die Odyssee die nach dieser Feststellung folgte hat noch kein Ende genommen, und macht einen etwas sprachlos. Vermutlich ist das „Problem“, dass die Reservierung im Betrag von der finalen Zahlung abweicht. Nichts desto trotz sollte das Hotel bzw. die Accor Kette bemüht sein, diesen Fehler zu korrigieren. Stattdessen sagte man mir am Telefon an der Support Line von Accor ich möge meinen Kontoauszug einschicken, das Argument das reservierte Zahlungen dort nicht auftauchen wollte man nicht hören. Ebenso könnte man ja nicht sehen, dass man den Betrag reserviert hat und noch mal separat eingezogen. Himmel.
Etwas sauer rief ich noch ein mal direkt im Hotel an. Dort sagte man mir, dass die Reservierung des Betrages automatisch storniert werden würde, nach ca. 7 – 14 Tagen. Öhm. Nö! Wenn es um 20 Euro gehen würde – okay, aber es geht hier mit den Parkgebühren um 200 Euro. Da mein polnisch für solche Gespräche nicht ausreicht musste ich die Frau an der Rezeption auf englisch quälen. Sie versprach mir, dass sie den Fall an den Manager geben würde und man die Pre-Authorisation umgehen stornieren würde. Mittlerweile ist diese Sache nun auch schon wieder 2 Tage her. Keine Reaktion, keine Freigabe des reservierten Betrages. Das Tüpfelchen auf dem I. Ich bekam eine Email von dem Customer Service der Accor Hotels, das man sich meldet wegen meiner Reklamation des nicht erhaltenen Willkommensdrinks und zur Klärung möge ich bitte meine Kontoauszüge einschicken… !?!?!

Ich bin wirklich sprachlos und denke morgen werde ich bei Mastercard mal anrufen und mir die möglichen Optionen anhören.